Wahlkampf 1980 – der Beginn einer langen Reise mit der Kamera

Dieses Foto entstand 1980 während des Bundestagswahlkampfes.
Wenn ich ehrlich bin, begann hier alles, obwohl ich das damals natürlich nicht wusste.
Der Mann links ist Franz Josef Strauß, Kanzlerkandidat der Union. Der junge Mann rechts mit der Kamera bin ich. Eigentlich stand ich damals noch ganz am Anfang. Mein Freund Richard Schulze-Vorberg, damals bereits etablierter Fotograf in Bonn, förderte mich und nahm mich zu einem Termin mit Strauß mit. Dort sollten Fotos mit Unionsabgeordneten für den Wahlkampf entstehen.
Ich erlebte Franz Josef Strauß damals ganz anders, als manche ihn heute vielleicht in Erinnerung haben. Er war weder laut noch unnahbar, sondern freundlich, menschlich und erstaunlich zugewandt.
Besonders gut erinnere ich mich noch an die Kameras: Die Nikkormat EL (oben) mit 35-mm Objektiv war meine erste eigene Spiegelreflexausrüstung und für mich damals etwas ganz Besonderes. Die zweite Kamera gehörte allerdings gar nicht mir, sondern war eine Leihkamera meines Freundes Richard Schulze-Vorberg, der mich damals förderte und mit zu solchen Terminen nahm.
Was mich heute an diesem Foto fasziniert, ist aber weniger der Politiker. Es sind vielmehr die Kameras Denn ohne sie wäre das hier einfach nur ein Erinnerungsfoto geworden. Mit ihnen wurde daraus – ohne dass ich es ahnte – der Beginn einer jahrzehntelangen Reise.
Damals fotografierten wir noch analog. Filme wurden gekauft, entwickelt und archiviert. Abzüge wurden beschriftet, verschickt und später bezahlt. Von digitalen Archiven, Bilddatenbanken, Lightroom oder KI war die Welt noch weit entfernt.
Wenn ich heute auf dieses Bild schaue, sehe ich deshalb nicht nur einen Politiker und einen jungen Fotografen. Ich sehe jemanden, der gerade erst anfing und damals noch keine Ahnung hatte, worauf er sich eigentlich eingelassen hatte.
Zum Glück. Denn sonst hätte ich es vielleicht nicht gemacht.